Hartes Licht in der Food Fotografie

Weiches vs. hartes Licht in der Food Fotografie

Weiches vs. hartes Licht in der Food Fotografie

Hartes Licht in der Food Fotografie

Weiches vs. hartes Licht – vielleicht fragst du dich, was das bedeuten soll und was das mit der Food Fotografie zu tun hat. Kann ich verstehen, so ging es mir auch mal.

Bedeutung von Licht in der Food Fotografie

Fotografie ist Licht und deswegen macht die Fähigkeit Licht zu modellieren auch eine/n gute/n Fotograf/in aus. Wenn du anfängst Licht aktiv zu beobachten, wird dir klar, wie schnell das Licht von einem Rosa-, Orange- oder gar Blaustich wechseln kann.

Je natürlicher der Umgang mit dem Licht und besser das Gefühl für das Verhalten von Licht, umso leichter wird es dir fallen, die Fotos zu schießen, von denen du in deinem imaginären Auge träumst.

Das Spiel von Licht und Schatten ist das, was unseren Food Fotos Leben verleiht. Wie wir sie richtig einsetzen, hängt von der Geschichte ab, die wir erzählen möchten.

In diesem Beitrag geht es um den Einsatz von weichem und hartem Licht und welche Art von Lichtmodellierung wir wann verwenden können.

In der Food Fotografie kommt die meiste Zeit weiches Licht zum Einsatz. Schauen wir uns jedoch aktuelle Magazine wie Bonappetit an, stellen wir fest, dass die visuelle Bühne gerade durchaus dem harten Licht gehört.

Weiches vs. hartes Licht

Was bedeutet weiches Licht?

Unter weichem Licht versteht sich die ebenmäßige Verteilung von Licht mit weichen Schatten. Für weiches Licht wird das Licht, durch einen Diffusor gebrochen und sorgt somit für eine gleichmäßige Ausleuchtung der Szene.

Dieses Licht wird für die Food Fotografie oft bevorzugt, weil es die Lebensmittel natürlich aussehen lässt und der Übergang zwischen Highlights und Schatten wesentlich geschmeidiger ist.

Nudelauflauf
Das Licht wird auf der Szene gleichmäßig verteilt und wirft kurze gleichmäßige Schatten mit angenehmen Kontrasten.
Amalfi Zitronen auf gelbem Untergrund

Wie weiches Licht entsteht und sich kreieren lässt

  • Wolken sind ein prima natürlicher Diffusor, wenn du mit natürlichem Licht arbeitest.
  • Die Qualität des Lichts ändert sich je nach Dicke der Wolken, ob es regnet oder schneit. Je dicker und dichter die Wolken, umso diffuser das Licht und umso weniger Kontraste im Bild. Dadurch kann das Bild auf einmal flach wirken.
  • Wenn keine Wolken am Himmel sind, können wir einen Diffusor dafür verwenden, um weiches Licht zu kreieren. Ein Diffusor bricht quasi das Licht und verteilt es gleichmäßig in deiner Szene.

Was ist nun hartes Licht?

Wenn die Sonne direkt durch dein Fenster einstrahlt und klar definierte Schatten wirft, spricht man in der Food Fotografie von hartem Licht. Im Gegensatz dazu verteilt sich das weiche Licht ebenmäßiger und wirft nicht solch klar strukturierte Schatten mit harten Kanten.

Um hartes Licht zu kreieren, braucht es entweder die direkte Sonneneinstrahlung (am besten von südlicher Seite) oder eine künstliche nicht diffundierte Lichtquelle, durch z.B. einen Blitz.

Donuts mit Zimt und Zucker
Dank hartem Licht werfen die Donuts klar definierte Schatten.
Nudelsalat

Wann setzt man am besten welches Licht ein?

Beide Arten der Belichtungen sorgen für bestimmte Emotionen, was auch eine wichtige Rolle für die jeweilige Szene und Komposition spielt. Also kommt es sehr auf deine Story an, die du mit deinem Bild erzählen möchtest.

Möchtest du ein spaßiges, lebendiges Bild voller Energie kreieren? Dann lohnt es sich, mit hartem Licht zu experimentieren.

Weiches Licht bringt dagegen eher Ruhe in die Szene und kreiert eine angenehme Atmosphäre, die zum Teil auch etwas nostalgisch wirken kann.

Ich persönlich mag es, Food mit hartem Licht zu fotografieren. Es bringt einfach auch einiges an Drama in die Szene und eignet sich besonders gut, Cocktails mit schönen Gläsern, sommerliche Rezepte oder Gerichte, die einen Retro Effekt haben, zu fotografieren. Je nachdem wie deine Lichtquelle sich verhält, kannst du längere oder kürzere Schatten kreieren und sie damit auch selbst Teil der Geschichte werden lassen. Auf der anderen Seite ist hartes Licht unverzeihlich und bringt jedes noch so unperfekte Detail zur Vorschau.

Die Arbeit mit weichem Licht ist wesentlich unkomplizierter und erlaubt es dir, die komplette Aufmerksamkeit auf deinen “Hero” (Hauptobjekt) zu lenken. Auch die Bearbeitung von weichem Licht, ist wesentlich einfacher, da es dein Objekt gleichmäßig ausleuchtet und dank richtiger Kameraeinstellungen verhindert, dass Bilddaten, z.B. durch zu starke Highlights oder Kontraste komplett verloren gehen.

Weitere Beispiele für weiches und hartes Licht findest du auf meinem Portfolio.

Tipp: Entscheide selbst, welcher Stil dir gefällt. Die Arbeit mit hartem Licht kann zunächst etwas einschüchternd wirken, sodass man es gar nicht wirklich versucht. Probiere dich ruhig aus und beobachte, wie das Licht sich verhält und was eher deinem Stil entspricht.

Wenn du noch mehr zu diesem Thema erfahren möchtest, empfehle ich dir das folgende Video (auf Englisch):

3 Kommentare

  1. Wooooow! Super Beitrag! 😍👍

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    • Freut mich sehr!

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  2. Sehr hilfreicher Beitrag! Ich finde, dass hartes Licht ein Bild echt interessant macht. Gerne mehr solcher Beiträge.

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